Imkerverein Ost-Uckermark e. V.
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Monatsbetrachtung März

Autor: Guido Eich

In der Regel bietet der März warme Tage an denen die Witterung den Binen einen großen Reinigungsflug und kurze Ausflüge erlaubt, sie können sich dann entleeren oder sogar Trachtflüge machen. Als erste gute Trachtpflanzen kommen die Kornelkirsche und diverse Krokusarten in Frage. Eine große Völkerdurchschau, bei dem der Bau auseinander gerissen und die Brutwaben inspiziert werden, ist im März zu unterlassen. Ein vorsichtiges Anschauen und Ergänzen der Randwaben bei Futtermangel ist aber unerlässlich, frei nach dem Motto: „Es sind schon viele Völker verhungert aber noch keines, bei einer Teilinspektion, verfroren.“

 

Reinigungsflug und Klopfprobe

Am Abend nach dem Reinigungsflug kann man wertvolle Beobachtungen an den Fluglöchern und Beuten machen, die Aufschluss über Weiselrichtigkeit und Bienengesundheit geben. Hat das Bienenvolk seinen Totenfall schon zum Teil ausgeräumt und vor dem Flugloch liegen zeigt dies an, dass es noch lebt und weiselrichtig ist.

Tote, weisel- und brutlose Völker räumen ihren Totenfall nicht aus, vor den Fluglöchern ist nichts zu sehen. Die Klopfprobe gibt schnell Auskunft über den Status des Volkes: dazu legt man ein Ohr an die Kastenwand und klopft mit dem Knöchel gegen die Beute. Ist das Volk noch am Leben so summt es nach dem Klopfen auf. Ist der Summton kurz, so ist das Volk weiselrichtig; bei länger anhaltendem Brummton mit einzelnen heulenden Bienen ist es mit Sicherheit weisellos. Diese Klopfprobe kann man übrigens zu jeder Tages- und Nachtzeit, an allen Tagen im Jahr machen. Das Antworten auf Klopfen machen sich Meisen und Spechte (siehe MA Januar) zunutze. Tote Völker werden abgeräumt und die Waben komplett eingeschmolzen. Sind noch tote Bienen oder stehen gebliebene Brut vorhanden, zeigt man sie dem Bienengesundheitsobmann des Vereins. Er kann die Ursache des Ablebens meist sicher erkennen. In der April Monatsbetrachtung werde ich Ihnen Praxistipps zur Selbsthilfe geben, die es einem erleichtern, Bienenkrankheiten zu erkennen.

Gesundheitscheck

Beim Reinigungsflug koten die Völker zum Teil sehr stark, helle und bunte Gegenstände werden als vermeidliche Trachtquellen angeflogen und bekommen bei dieser Gelegenheit den einen oder anderen Streifschuss. Art und Form von Kotspritzer an Beuten, Autos und Gebäuden zeigen Darmerkrankungen der Völker an:

  • Normaler gesunder Bienenkot ist rund oder tropfenförmig, die Farbe variiert von hellbraun/gelblich bis hin zu dunkelbraun, je nach Güte des Winterfutters (Reinzucker bis dunkle Honigtauanteile).
  • Ruhr: Eine Durchfallerkrankung aufgrund ungeeigneten Futters (dunkler Honig wie Honigtau oder auch Heidehonig) im Wintersitz. Aufgrund des hohen Aschegehaltes dieses Futters, entsteht viel Kot, das provoziert die Bienen zum Abkoten im Stock, wenn kein Flugwetter besteht. 
  • Bei Nosematose findet man den typischen (!!!) Punktkettenkot. Vor den erkrankten Völkern krabbeln viele flugunfähige Bienen, die sich in Häufchen zusammenklumpen können. Zieht man den Mitteldarm aus einer toten Biene so ist der hell/weiß und nicht fleischfarben.
  • Hat ein Volk Amöbenruhr finden wir auch krabbelnde Bienen, die Beuten sind mit schwefelgelben, großen, einzelnen Tropfen verkotet. Beide Darmerkrankungen (Nosema- , Amöbenruhr) riechen sehr übel.                                                          

Bei allen erregerbedingten Durchfallerkrankungen nehmen unsere Völker rasant an Volksstärke ab, als Gegenmaßnahme hilft nur Enghalten, Schwächlinge unter sich zusammenlegen oder abzutöten und alle(!), nicht nur die verkoteten, Waben mit und ohne Futter einzuschmelzen. Die Ursachen zur so genannten Maikrankheit, eine weitere Darmerkrankung, werden wir im April abhandeln.

Frühjahrsbehandlung zwecklos

Das Gemülle unserer Völker bietet jetzt eine gute Vorhersage über den Varroastatus. Im März dürfen nicht mehr als eine Milbe natürlicher Totenfall/ Woche(!) sein, damit die Bienen die Honigsaison bis zur nächsten Behandlungsmöglichkeit überleben.

Liegt der Befall deutlich darüber, hilft auch keine Frühjahrsbehandlung mehr. Für Verdunstungsmittel (Ameisensäure, Thymol) ist es noch zu kalt, systemisch o.ä. wirkende Mittel (Perizin, Oxalsäure, Milchsäure) haben einen sehr schlechten bis keinen Wirkungsgrad, da die Milben in der verdeckelten Brut sitzen. Jegliche Varroa - Frühjahrs - Behandlungen laufen aufgrund des schlechten Wirkungsgrades ins Leere, hier helfen nur noch biotechnische Maßnahmen mit hohem Wirkungsgrad: Drohnenbau schneiden und Brutablegerbildung (für jedes Altvolk ein Jungvolk). Darüber mehr in den folgenden Monatsbetrachtungen.

Wichtigste Kontrolle - Futterkontrolle

Für einen guten Überblick über die Futterversorgung seiner Völker zu bekommen, muss kein Volk geöffnet werden. Eine Hebekontrolle zeigt mit Futter unterversorgte Völker an, sie dürfen nur eine Ausnahme bilden, denn jegliche aktive Fütterung mit Teig oder Flüssigzucker, ist zu dieser Jahreszeit zum Scheitern verurteilt.

Der typische „Gurkenglas Imker“ füttert im Herbst meist zuwenig ein. Im März sind seine Völker nahezu trocken an Futter, jetzt greift er zum Gurkenglas und versucht durch Zuckerlösung-Dauerinfusionen, mittels gelöcherten Gurkenglases, am Leben zu erhalten. Seine Völker danken es ihm durch Schwäche oder Ableben. Dieser Imker provoziert ein Räubern seiner Hungerlinge. Schnell ist auch aus größerer Entfernung Futter zugeräubert aus schwachen oder toten Völkern. Folgeerkrankungen, wie Varroamilben, Faulbrut, Nosema und Co. werden mit dem Raubfutter gratis mitgeliefert. Besser als Gurkenglas-imkern ist eine rechtzeitige und ausreichende Herbstversorgung mit Winterfutter. Ich selber füttere genügend ein, überzählige Futterwaben werden im Frühjahr wieder entnommen, zeigen die Ergebnisse der im Herbst abgegebenen Futterkranz proben keine AFB Sporen, so verwende ich diese vollen Waben – ausnahmsweise - zur Ablegerbildung. Räubern brauchen meine Völker nie, das bewahrt einen vor schlimmen Überraschungen. Tipp: Abhilfe bei Futtermangel einzelner Völker: Futterergänzung erfolgt durch Wabentausch mit Futter überversorgten Völkern. Eine volle Wabe sichert die Futterversorgung für zwei Wochen. Bemerkt man weisellose Völker (heulen und unruhiges Verhalten wie Laufen am Flugloch), können sie mit weiselrichtigen (Ableger, Vollvölker) ohne Schutzmaßnahmen vereinigt werden.

Vorbereiten Auf die Saison

Zuletzt kann ich Ihnen im Monat März wärmstens empfehlen, die verbleibende Zeit zum Vorbereiten auf die Saison zu nutzen: Drahten Sie Rähmchen, löten Mittelwände ein und bereiten Sie die Kästen zur Aufnahme von Honig, Ablegern oder Schwärmen vor. Wer seine Beutenteile neu anmalen will, der hat jetzt Gelegenheit dazu, dann ist die Farbe auch trocken, wenn die Teile zur Verwendung kommen. Es gibt nichts ärgerlicheres, als fest verklebte Zargen, nach Neuanstrich.

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